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Wie Mose die Schlange in der Wüste erhöht hat

Liebe Brüder und Schwestern,

Peter Paul Rubens, Mose und die Eherne Schlange, Courtauld Gallery – London

zweimal im Jahr lenkt die Liturgie der Kirche unseren Blick auf das Kreuz unseres Herrn und Erlösers Jesus Christus. An Karfreitag und am 14. September, dem Fest Kreuzerhöhung.

Während das Kreuz aber an Karfreitag vor allem als Ort des Leidens Christi erscheint, überschattet von der Finsternis des Todes, leuchtet es an Kreuzerhöhung als Siegeszeichen auf, erstrahlt im Licht der Auferstehung.
Dem entsprechen auch die Evangelien der beiden Tage. So hören wir an Karfreitag die Passion nach Johannes. An Kreuzerhöhung wird uns dagegen aus dem gleichen Evangelium jener Teil des Nikodemus-Gespräches verkündet, in dem Christus selbst verheißt: „Wie Mose die Schlange in der Wüste erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden, damit jeder, der glaubt, in ihm ewiges Leben hat.“ (Joh 3, 14-15.) Im Hintergrund steht die Rettung der Israeliten vor den Giftschlangen, die Gott als Strafe für ihren Undank und ihre Auflehnung in ihr Lager gesandt hatte. (Vgl. Num 21, 4-9.)
Wie nun der Blick auf die Schlange, die Mose auf Gottes Geheiß an einer Stange aufhängte, vor dem Gift der Schlange und damit vor dem irdischen Tod schützte, so rettet der vertrauensvolle Blick auf den Gekreuzigten vor dem Gift der Sünde, vor dem ewigen Tod. Denn „vom Baum des Paradieses kam der Tod, vom Baum des Kreuzes erstand das Leben“ und „der Feind, der am Holz gesiegt hat, wurde auch am Holze besiegt durch unseren Herrn Jesus Christus.“ (Präfation von Kreuzerhöhung.) Deshalb ist das Kreuz, jenes Marterinstrument des Karfreitags, für uns das Zeichen der Hoffnung und der Zuversicht schlechthin, das Zeichen des Sieges Christi über Sünde und Tod.
Zweimal im Jahr lenkt die Liturgie unseren Blick auf das Kreuz. Wir aber sollten stets auf den blicken, der für uns am Kreuz erhöht ist. Denn ihn zu betrachten ist der Weg zum Leben. Verlieren wir ihn daher nie aus dem Blick.

Ich wünsche Ihnen und allen, die Ihnen am Herzen liegen, einen gesegneten September und ein gnadenreiches Fest der Kreuzerhöhung
Ihr
P. Jörg Weinbach OT
            (Kirchenrektor)

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