Aktuelles

„Aperuit illis“
„Darauf öffnete er ihren Sinn für das Verständnis der Schrift“ (Lk 24,45) – dieses Zitat aus dem Lukasevangelium hat unser Hl. Vater Papst Franziskus an den Anfang eines Schreibens gesetzt, durch das er einen Sonntag der Heiligen Schrift einführt und als Termin den dritten Sonntag im Jahreskreis bestimmt. (Vgl. MP „Aperuit illis“ vom 30.09.2019.)
Das Öffnen für die Schrift war Christi letzte Handlung vor seiner Himmel­fahrt. Es ist die Grund­voraussetzung für das Zeugnis der Jünger, die Grund­vor­aus­setzung für den Auftrag der Kirche, den Glauben in die Welt zu tragen. (Vgl. Lk 24, 46-48.) Daher muss jedes Handeln der Kirche und jede Er­neu­erung von der Betrachtung der Schrift ausgehen und sich an ihr messen lassen. Denn es gibt eine Wechselbeziehung zwischen Christus, der Heiligen Schrift und den Gläubigen. „Ohne den Herrn, der uns in die Heilige Schrift einführt, ist es unmöglich, sie in ihrer Tiefe zu verstehen. Das Gegen­teil ist aber ebenso wahr: Ohne die Heilige Schrift sind die Ereignisse der Sendung Jesu und seiner Kirche in der Welt nicht zu verstehen. Zu Recht konnte der heilige Hieronymus schreiben: »Die Schrift nicht kennen heißt Christus nicht kennen.«“ („Aperuit illis“, Nr. 1.)
In diesem Jahr werden wir ihn am 26. Januar zum ersten Mal den Sonntag der Heiligen Schrift begehen. Als sichtbares Zeichen der Verehrung der Selbstoffenbarung Gottes in seinem Wort soll dabei die Heilige Schrift feierlich inthronisiert werden, so wie es seit alters her die Inthronisierung des Evangeliars zur Eröffnungsliturgie der Konzilien gehört. Ausdruck dafür, dass Christus selbst den Vorsitz führt, dass sich alles an ihm und seinem Wort messen lassen muss.
Wir stehen am Beginn eines neuen Jahres und was für die Konzilien gilt, gilt auch für unser Leben. Christus soll im Mittelpunkt stehen, an ihm und seinem Wort sollen wir Maß nehmen, als einzelne wie als Gemeinschaft. Hierfür gilt es das Wort Gottes zu kennen. So ist der erste Sonntag der Heiligen Schrift ein guter Anlass, dass wir uns im kommenden Jahr intensiver mit der Heilige Schrift aus­einander­setzen. Eine Einladung zum Bibellesen finden Sie in der Gottesdienstordnung und unter diesen Link. Weiter Angebote werden in den kommenden Monaten folgen.

Ich wünsche Ihnen und allen, die Ihnen am Herzen liegen,
– auch im Namen meiner Mitbrüder –
ein gnadenreiches Jahr 2020
Ihr
P. Jörg Weinbach OT
            (Kirchenrektor)

 

Print Friendly, PDF & Email