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„Glanz strahlt von der Krippe auf, neues Licht durchdringt die Nacht.“

Liebe Brüder und Schwestern,
wenn man Adventlieder einmal genau betrachtet, stellt man fest, dass sie fast immer aus der Perspektive des auf das Erscheinen des Messias wartenden Volkes Israel formuliert sind. Aber gleichzeitig sind sie durchdrungen vom Wissen, dass in Jesus Christus Gott Mensch geworden ist, er ist der ersehnte Retter, der Heiland aller Welt. So gelingt es ihnen, den doppelten Charakter der Adventzeit auszudrücken, die Vorbereitung auf Weihnachten, das Fest der Geburt Christi, und die Vorbereitung auf sein Kommen in Herrlichkeit. „Komm, Du Heiland aller Welt, Sohn der Jungfrau mach Dich kund. Darob staune, was da lebt: Also will Gott werden Mensch“, heißt es zum Beispiel in einem Adventslied, dessen Text auf den heiligen Ambrosius von Mailand zurückgeht. (GL 227).

Und ein weiteres wird meines Erachtens in diesen Liedern deutlich, beides – die Geburt Christi wie auch sein Kommen am Ende der Zeiten – hat mit mir zu tun, ist bedeutsam für mich und mein Leben. Sein erstes Kommen will uns Kraft und Hoffnung geben, damit wir sein zweites Kommen voll Zuversicht erwarten können. „Glanz strahlt von der Krippe aus, neues Licht entströmt der Nacht“, formuliert Ambrosius in der vierten Strophe. Und er fährt fort: „Nun obsiegt kein Dunkel mehr, und der Glaube trägt das Licht.“
Weil in Christus das Licht in die Welt gekommen ist, können wir als Kinder des Lichts leben und so selbst Licht für die Welt werden. So lädt uns der Advent ein, uns den Grund unserer Hoffnung neu bewusst zu machen und so zu adventlichen Menschen zu werden, zu Menschen deren Leben durch Begegnung mit dem Menschgewordenen erleuchtet wurde und die als Kinder des Lichtes in der Welt selbst Licht für andere werden.

Ihnen und allen, die Ihnen am Herzen liegen, wünsche ich
– auch im Namen meiner Mitbrüder –
eine gesegnet Adventszeit und ein frohes Weihnachtsfest
Ihr

P. Jörg Weinbach OT
            (Kirchenrektor)