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Liebe Brüder und Schwestern,

auf Wunsch des Heiligen Vaters wurde der Gedenktag der heiligen Maria Magdalena durch Dekret der Gottesdienstkongregation vom 3. Juni 2016 in den liturgischen Rang eines Festes erhoben.

Zur Begründung führt das Dekret aus: „Die erste Zeugin der Auferstehung des Herrn und die erste Evangelistin, die heilige Maria Magdalena, wurde von der Kirche im Westen und im Osten immer mit höchster Ehrfurcht geachtet, wenn sie auch auf verschiedene Weise verehrt wurde.

Da die Kirche zu unseren Zeiten berufen ist, eindringlicher über die Würde der Frau, über die Neuevangelisierung und über die Fülle des Geheimnisses der Barmherzigkeit nachzudenken, schien es gut, den Gläubigen das Beispiel der heiligen Maria Magdalena noch besser vor Augen zu stellen. Diese Frau nämlich wird als diejenige anerkannt, die Christus geliebt hat und von ihm am meisten geliebt wurde. Vom heiligen Gregor dem Großen wurde sie ‚Zeugin der göttlichen Barmherzigkeit‘ genannt, vom heiligen Thomas von Aquin ‚Apostolin der Apostel‘; von den Gläubigen unserer Tage kann sie als Beispiel für den Dienst der Frauen in der Kirche entdeckt werden.“

So sind wir also gerade im Jahr der Barmherzigkeit eingeladen, jene Heilige zu betrachten, aus der unser Herr und Erlöser sieben Dämonen ausgetrieben hat (vgl. Mk 16, 9 u. Lk 8,2), die mit anderen Frauen für den Unterhalt Jesu und seiner Jünger sorgte (vgl. Lk 8,3), die in Treue unter dem Kreuz stand (vgl. Joh 19,25) und als sie Christus durch die Salbung seines Leichnams einen letzten Dienst der Liebe erweisen wollte, zur ersten Zeugin der Auferstehung wurde (vgl. Mk 16, 1-5 u. Joh 20, 1-18).

Wie sie sollen auch wir in der Begegnung mit Christus Heil und Leben finden, seine Barmherzigkeit erfahren, uns aktiv für die Kirche, die Gemeinschaft seiner Jünger einsetzen, Christus die Treue halten auch in den schweren Stunden und so zu Zeugen seiner Auferstehung werden.

Dies alles ist aber letztlich nur aus einer tiefen inneren Verbindung zu Christus möglich, aus einem Leben des Gebetes und der Betrachtung. Und so kommt es nicht von ungefähr, dass die Tradition der Kirche berichtet, Maria Magdalena sei später nach Frankreich gekommen, wo sie als Einsiedlerin gelebt habe.

Dass auch wir zu einer solchen Beziehung zu Christus gelangen, dass wünsche ich uns allen zum „ersten“ Fest der heiligen Maria Magdalena. 

Ihr

  P. Jörg Weinbach OT
            (Kirchenrektor)