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„Meine Kinder, wir wollen nicht mit Wort und Zunge lieben, sondern in Tat und Wahrheit.“

Liebe Brüder und Schwestern,

mit diesem Zitat aus dem ersten Johannesbrief beginnt Papst Franziskus seine Botschaft zum Welttag der Armen. Er hatte ihn am Ende des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit eingeführt, weil die Erfahrung der barm­herzigen Liebe Gottes nicht ohne Antwort bleiben darf. Da er einer würdigen Vorbereitung auf den Christkönigssonntags dienen soll, an dem wir die Wiederkunft Christi als Richter der Welt in den Blick nehmen, wurde er auf den Sonntag vor Christkönig festgelegt.

In diesem Jahr wird er nun zum ersten Mal begangen und fällt auf den 19. November, der im deutschsprachigen Raum zugleich der Festtag der Heiligen Elisabeth von Thüringen ist. Hierin dürfen wir mehr als einen glücklichen Zufall erkennen, denn die heilige Elisabeth ist ein Urbild der Hinwendung zu den Armen und damit auch Beispiel für uns. Schon als Landesherrin hatte sie in dem von ihr gestifteten Spital am Fuß der Wartburg tatkräftig mitgearbeitet, was damals ein gesellschaftlicher Skandal war. Als Witwe hat sie dann in ihrem Spital in Marburg den Armen bis zur völligen Erschöpfung ihrer Kräfte gedient. 1231 im Alter von 24 Jahren verstorben wurde sie, die als „Mutter der Armen“ verehrt wurde, bereits 1235 heiliggesprochen, woran der Deutsche Orden, dem man ihr Spital anvertraut hatte, maßgeblich beteiligt war.

Nach der Heiligsprechung erwählt sie der Orden zu seiner Patronin. Seither ist sie uns „leuchtendes Vorbild selbstlosen Dienstes an den hilfsbedürftigen Menschen um Christi willen.“ (Brüderregel Nr. 3.) So weist sie bis heute den Weg zu einem Leben, das Antwort gibt auf die Liebe Gottes, die in Christus erschienen ist, und das vorbereitet auf die Begegnung mit ihm, der wiederkommen wird in Herrlichkeit, zu richten die Lebenden und die Toten.

Wie im letzten Jahr feiern wir ihr Fest und damit zugleich den ersten Welttag der Armen am 19. November um 18.00 Uhr mit einem Pontifikalamt, dem Weihbischof em. Gerhard Pieschl vorstehen wird, der Familiare unseres Ordens ist. Am Ende segnet er auch wieder Elisabethbrot, das Sie mit nach Hause nehmen können.

Zu diesem Festgottesdienst lade ich Sie ganz herzlich ein und wünsche Ihnen einen gesegneten November.

Ihr
P. Jörg Weinbach OT
            (Kirchenrektor)

 

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