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„Aus seiner Fülle haben wir alle empfangen, Gnade über Gnade.“ (Joh 1, 16.)

Liebe Brüder und Schwestern,

dieser Satz aus dem Prolog des Johannesevangeliums fiel mir ein, während ich auf das vergangene Jahr hier in Deutschorden zurückblickte.
2018 gab es bei uns in Deutschorden wieder viel Erfreuliches. So ist der Gottesdienstbesuch stabil geblieben und in der zweiten Jahreshälfte sogar leicht angewachsen. Dies mag zwar zum Teil mit der Schließung von Liebfrauen zu tun haben, ist aber bestimmt auch Frucht der vielen, durchaus unterschiedlichen Angebote, die wir im vergangenen Jahr machen konnten.
Ein besonderer Höhepunkt war dabei für mich der Besuch von Joseph Kardinal Zen Ze-kiun. Im Pontifikalamt mit ihm und seinem anschließen­den Vortrag in der Reihe „Thema Glauben“ durften wir einen großen Kirchenmann kennenlernen, der trotz seiner 86 Jahre voll Kraft und Frische seine Stimme für die Kirche in China erhebt.
Auch die anderen vier Veranstaltungen dieser Vortragsreihe, waren gut bis sehr gut besucht, so z.B. der Abend mit Martin Mosebach, sein Buch „Die 21“ vorstellte, was uns sogar ins Ägyptische Fernsehen gebracht hat. So wollen wir dieses Format im kommenden Jahr fortsetzen und gleic­hzeitig weiter­ent­wickeln, um es noch interessanter zu gestalten.
Gut entwickelt hat sich auch die Gebets- und Sühnenacht in der außerordentlichen Form des römischen Ritus: Jeden Monat kommen bis zu 100 Personen in unsere Kirche, um durch Messe, Gebet und Beichte ihren Glauben zu vertiefen. Allen Beteiligten sei hierfür herzlich gedankt.
Zweimal hatten wir  in diesem Jahr Nightfever zu Besuch, und zudem fand die Anbetung der Dompfarrei zu Christkönig bei uns statt. Der gute Besuch hat gezeigt, dass die eucharistische Anbetung nichts von seiner Bedeutung verloren hat.
D
aneben gilt es noch das Kirchortfest, unsere Fronleichnamsprozession und unsere Wallfahrt, die Lesetreffs in Fastenzeit und Advent, die Roratemessen sowie die vielen schönen Gottesdienste an den Sonn- und Feiertagen wie auch an den Werktagen zu erwähnen. Allen die hier mitgeholfen haben, sei herzlich gedankt.

Wie in jedem Jahr gab es in unserem Konvent wieder einige personelle Veränderungen:
Im Sommer verließen die drei Novizen der Deutschen Provinz aus unterschiedlichen Gründen unseren Orden und damit auch unser Haus. Frater Andrej beendet Ende Oktober seine Zeit bei uns und kehrte nach Slowenien in seine Heimatprovinz zurück. Ihnen allen sei für ihre Mithilfe und ihr Engagement in Kirche und Konvent gedankt. Möge Gott sie auf ihrem weiteren Lebensweg begleiten.
Im November musste P. Klaus nach fast zwei Jahrzehnten in unserem Konvent in ein Altenheim übersiedeln. Bis zuletzt hatte er treu den Rosenkranz am Mittwoch vorgebetet. Wir hoffen, dass wir ihn bald in einer Pflegeeinrichtung in der Nähe unterbringen können, damit er weiter am Leben unseres Konventes und unseres Kirchortes teilnehmen kann. Für die vielen Jahre seines Dienstes an unserer Kirche sei ihm ganz herzlich gedankt.
Im September begannen mit Frater Augustinus und Frater Godehard zwei neue Mitbrüder ihr Noviziat bei uns. Auch ihnen sei für ihre Mitarbeit gedankt – genauso wie P. Hans-Paul, P. Georg, Frater Samuel und P. Jobst. Gleichfalls möchte ich allen Ehrenamtlichen danken, die sich im letzten Jahr wieder bei uns engagiert haben. Ich hoffe, dass wir auch 2019 wieder auf Ihre Mithilfe vertrauen dürfen.

„Niemand hat Gott je gesehen. Der Einzige der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht“, so endet der Johannesprolog. (Joh 1, 18.) Auf vielerlei Weise hat er uns diese Kunde im vergangenen Jahr in Deutschorden neu gebracht, um unseren Glauben zu stärkt und unser Leben reich zu machen: durch die Feier der Sakramente, durch das Wort der heiligen Schrift, aber auch durch das Zeugnis, das andere vom ihm abgelegt haben in Vorträgen aber auch in persönlichen Gesprächen.
Hieran haben Sie, liebe Brüder und Schwestern, maßgeblichen Anteil. Dafür danke ich Ihnen von Herzen und bitte Sie, uns auch im kommenden Jahr die Treue zu halten, damit Deutschorden auch 2019 wieder ein Ort der Gottesbegegnung sein kann; ein Ort, an dem die Kunde zu hören ist und wir alle aus der Fülle Christi Gnade über Gnade empfangen.

Ich wünsche Ihnen und allen, die Ihnen am Herzen liegen,
– auch im Namen meiner Mitbrüder –
ein gnadenreiches Jahr 2019
I
hr
P. Jörg Weinbach OT
            (Kirchenrektor)